Brave Browser ist ein Webbrowser von Brendan Eich, dem Erfinder von JavaScript und Mitgründer von Mozilla. Gegründet hat er ihn 2015 zusammen mit Brian Bondy, bis heute führt er das Unternehmen als CEO. Der Browser blockiert Werbung und Tracking-Skripte von sich aus, was den Seitenaufbau beschleunigt.
Eine seiner Eigenschaften ist, dass er den Nutzer für eingeblendete Werbung in der Kryptowährung BAT bezahlt. Gratis ist das nur insofern, als Sie statt mit Geld mit Ihrer Aufmerksamkeit zahlen. Von allein kommt aber nichts an. Zwischen dem ersten Start des Browsers und der ersten Auszahlung stehen mehrere Bedingungen.
Ohne verbundene Wallet bekommen Sie nichts
Das ist die Änderung, an der die meisten älteren Anleitungen scheitern.
Früher sammelte sich BAT direkt im Browser als sogenanntes virtuelles BAT und der Nutzer konnte es weitergeben, ohne irgendwo ein Konto zu eröffnen. Brave hat das im Januar 2023 umgestellt, zum 31. Oktober 2023 verschwand das virtuelle BAT ganz. Wer kein Auszahlungskonto verbunden hat, bekommt seitdem nichts für Werbung. Die Belohnungen sammeln sich auch nicht an, um sie später abzuholen.
Die zweite Sache ist die Werbung selbst. Sie startet nicht von allein, Sie müssen sie in den Einstellungen aktivieren. Die Belohnung entsteht dann schon durch die bloße Einblendung, klicken müssen Sie nicht.
Wie Sie in Deutschland an die Auszahlung kommen
Die Auszahlungswege von Brave ändern sich und nicht jeder steht überall offen. Uphold, den alle älteren Anleitungen nennen, deckt Deutschland nicht ab.
Für deutsche Nutzer bleibt der Weg, den Brave im August 2025 gestartet hat. Die Belohnungen gehen direkt auf die eigene Wallet auf Solana, ohne Zwischenhändler. Einige Länder schließt Brave von dieser Option aus, darunter Rumänien, Bulgarien, Kroatien und Slowenien. Deutschland steht nicht auf dieser Liste.

Was nötig ist, bevor die erste Belohnung kommt. ① Brave Rewards einschalten und Werbung erlauben. ② eigene Wallet auf Solana verbinden. ③ etwas SOL darauf halten, weil das Anlegen des BAT-Kontos eine Gebühr kostet. ④ die Auszahlung kommt einmal im Monat als SPL-BAT. Quelle: Brave-Hilfe, eigene Darstellung.
BAT kommt auf Solana als sogenannter SPL-Token an, über Wormhole gebrückt. Damit eine Wallet ihn annehmen kann, muss dort ein Konto für genau diesen Token existieren. Das Anlegen kostet eine kleine Gebühr in SOL, Sie müssen sich also zuerst etwas SOL kaufen. Brave schreibt dazu ausdrücklich, dass Auszahlungen, die wegen des fehlenden Kontos ausfallen, als verfallen gelten und sich nicht nachträglich einfordern lassen.
Die aktuelle Liste der unterstützten Länder und Wallets führt Brave in seiner Hilfe.
Wie viel dabei herauskommt
Brave veröffentlicht weder den durchschnittlichen Verdienst pro Nutzer noch einen Tausenderkontaktpreis oder eine Aufschlüsselung nach Ländern. Weder in der Hilfe noch auf der Seite mit den Betriebszahlen steht ein Betrag. Die Summen, die in Foren und Anleitungsvideos kursieren, stützen sich also auf nichts.
Abschätzen lässt sich der Größenunterschied zwischen den Märkten. Brave veröffentlicht die Zahl der aktiven Werbekampagnen nach Ländern. In kleinen europäischen Märkten wie Tschechien und der Slowakei waren es zum 31. Juli 2026 elf und zehn, in den Vereinigten Staaten fast 150. Die Einstellung für die Zahl der Anzeigen pro Stunde ist zudem eine Obergrenze und keine Zusage. Wie viele Sie zu sehen bekommen, hängt davon ab, wie viele Kampagnen gerade laufen.
Was Brave plant
Im Juli 2026 hat Brave das Dokument BAT Roadmap 4.0 veröffentlicht und darin angekündigt, die Benachrichtigungswerbung, mit der heute BAT verdient wird, bis Ende 2026 schrittweise herunterzufahren.
Die Belohnungen für Aufmerksamkeit enden damit nicht. Ein Weg dorthin läuft schon. Im sogenannten Offer Wall, der seit März 2025 in Betrieb ist, lässt sich BAT für Rabatte von Partnern ausgeben, von Reisen bis zu Domains.
Was der Nutzer nach dem Umbau genau bekommt, hat Brave bisher nicht veröffentlicht. Einen eigenen Text dazu hat das Unternehmen angekündigt, erschienen ist er noch nicht.
Schneller und ohne Werbung
Brave meldet heute über 122 Millionen monatlich und rund 51 Millionen täglich aktive Nutzer, Stand 31. Juli 2026 nach der eigenen Seite mit Betriebszahlen.
Werbung und Pop-ups blockiert der Browser selbst, ohne installierte Erweiterungen. Dafür sorgt die Komponente Shields, die mit öffentlichen Filterlisten und mit eigenen Listen von Brave arbeitet. Gefiltert wird direkt auf dem Gerät.
Mit Blockchain hat das nichts zu tun. Die dient in Brave ausschließlich der Erfassung und Übertragung von BAT.
Nicht geladene Werbung spart Datenvolumen und Akku. Brave selbst gibt an, Seiten würden dreimal bis sechsmal schneller laden als in der Konkurrenz. Das ist eine Herstellermessung nach einer Methodik, die das Unternehmen im Januar 2020 an einer Stichprobe von 35 Adressen veröffentlicht hat.
Der Browser kann ein anonymes Fenster mit Verbindung über das Tor-Netzwerk öffnen. Das ist ein eigener Modus und kein Dauerzustand, außerdem gibt es ihn nur auf dem Desktop. Brave weist selbst darauf hin, dass das kein Ersatz für den Tor Browser ist und wem Anonymität wirklich wichtig ist, der soll gleich zu diesem greifen.
Neben der Version für Windows, Linux und macOS gibt es auch eine mobile Version für Android und iOS. Unter iOS kann Brave Rewards allerdings nichts verdienen, dort dient es nur der Unterstützung von Creators.
Belohnungen für Creator
Content-Creator, YouTube-Kanäle, Twitch-Accounts oder aktive Profile in Netzwerken wie X und Reddit, bekommen BAT von Nutzern, die ihnen folgen und sie unterstützen. Die Registrierung läuft über das Portal creators.brave.com, wo sich eigene Websites, YouTube, X, Reddit, Twitch, Vimeo und GitHub anmelden lassen. Brave nennt über 1,6 Millionen verifizierte Creator und Publisher.
Die Mechanik hat sich allerdings zweimal geändert. Den Button für eine Belohnung direkt an einzelnen Beiträgen auf X, Reddit und GitHub hat Brave im Januar 2024 entfernt. Heute läuft der Beitrag über das BAT-Symbol in der Adressleiste. Und die automatische Verteilung von BAT auf besuchte Websites nach der dort verbrachten Zeit hat das Unternehmen Anfang 2025 abgeschafft.
Übrig bleibt damit der einmalige Beitrag, den jeder leisten kann.
Werbetreibende sind die dritte Partei im System. Brave bietet zielgerichtete Werbung ohne Zwischenhändler und verspricht, dass private Daten dabei den Browser des Nutzers nicht verlassen. Welcher Anteil der Werbeeinnahmen heute auf den Nutzer entfällt, beziffert Brave nicht. Auf seiner Seite zu Rewards steht nur, dass der Anteil des Nutzers bei qualifizierten Anzeigen mindestens so groß ist wie der Anteil von Brave.
Basic Attention Token
Basic Attention Token ist ein quelloffener Token nach dem Standard ERC-20 auf Ethereum. Der Vertrag ist seit 2017 unverändert. Brave hat ihn zusätzlich auf Solana gebrückt, wo er als SPL-BAT existiert, und genau in dieser Form kommen die Belohnungen auf der eigenen Wallet an.
Der Verkauf des Tokens lief am 31. Mai 2017 und die gesamte öffentliche Emission, also eine Milliarde Token, war in rund 30 Sekunden weg. Den Kurs hat Brave in Ether festgelegt, ein ETH für 6 400 BAT, zusammengekommen sind 156 250 ETH, nach damaligem Umrechnungskurs etwa 35 Millionen Dollar. Gekauft haben allerdings nur rund 130 Adressen und etwa die Hälfte der Emission ging an fünf Käufer, das Tempo war also nicht das Werk eines Ansturms von Kleinanlegern.
Der Gesamtbestand liegt bei 1,5 Milliarden BAT und über 99 Prozent davon sind im Umlauf. Eine weitere Emission gab es nicht und ist nicht geplant. Die Belohnungen für Nutzer kauft Brave am Markt.
BAT wird an großen Börsen und an europäischen Handelsplätzen mit dem Paar BAT gegen Euro gehandelt. Das konkrete Angebot ändert sich schnell, weil nach Einführung der europäischen MiCAR-Regulierung ein Teil der Börsen die Dienste für Kunden aus der Europäischen Union eingeschränkt oder eingestellt hat. Den aktuellen Kurs finden Sie in unserer Krypto-Übersicht, die Details zum Token auf der Seite BAT.
Wie die Belohnung besteuert wird
BAT für das Ansehen von Werbung ist eine Einnahme in Geldeswert und wird mit dem Kurs im Zeitpunkt des Zuflusses angesetzt. Beim privaten Nutzer greift in aller Regel § 22 Nr. 3 EStG, also Einkünfte aus Leistungen. Nach dem Gesetzeswortlaut sind solche Einkünfte nicht einkommensteuerpflichtig, wenn sie weniger als 256 Euro im Kalenderjahr betragen haben. Das ist eine Freigrenze und kein Freibetrag, wer sie erreicht, versteuert den vollen Betrag.
Der Verkauf ist dann ein eigenes Ereignis. Er fällt als privates Veräußerungsgeschäft unter § 23 EStG mit einer Haltefrist von einem Jahr. Wer die Token länger als ein Jahr behält, verkauft steuerfrei. Innerhalb des Jahres bleibt der Gewinn steuerfrei, solange der Gesamtgewinn aus allen privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr unter 1 000 Euro liegt. Als Anschaffungskosten zählt der Wert, der beim Zufluss angesetzt wurde. Nach dem BMF-Schreiben zu Kryptowerten vom 6. März 2025 gilt auch der Tausch in eine andere Kryptowährung oder das Bezahlen mit BAT als Veräußerung.
Zu Browser-Belohnungen dieser Art äußert sich die Finanzverwaltung in ihren veröffentlichten Schreiben nicht ausdrücklich. Im konkreten Fall lohnt sich die Frage an einen Steuerberater.