ETF mit monatlicher Dividende: Liste und Risiken

Martin Krpenský Redaktionell geprüft
Veröffentlicht Aktualisiert 4 Min. Lesezeit
ETF mit monatlicher Dividende
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Wer regelmäßig aus dem Depot entnehmen will, landet früher oder später bei ETF mit monatlicher Dividende. Das Geld kommt zwölfmal im Jahr statt viermal und lässt sich dadurch leichter mit Miete, Rate oder laufenden Ausgaben in Deckung bringen.

Das Wort Dividende bedeutet bei diesen ETFs allerdings jedes Mal etwas anderes. Nur ein kleinerer Teil von ihnen reicht tatsächlich Dividenden von Unternehmen weiter. Beim Rest stammt das Geld aus Optionsprämien oder aus Anleihezinsen, was andere steuerliche Folgen und ein anderes Risikoprofil mit sich bringt. Die Übersicht ist deshalb danach gegliedert, woher das Geld wirklich kommt — bei jeder Gruppe steht, was hinter der monatlichen Zahlung steckt.

Vergleich von monatlicher und vierteljährlicher Ausschüttung

ETFs mit echter Dividende aus Aktien

Diese ETFs halten Dividendenaktien und schütten das aus, was die Unternehmen selbst zahlen. Die Rendite richtet sich nach der Dividendenpolitik der enthaltenen Gesellschaften und fällt dadurch niedriger aus, dafür ist sie durch deren Gewinn gedeckt.

Der monatliche Rhythmus entsteht, weil ein solcher ETF Dutzende bis Hunderte Titel mit unterschiedlichen Zahlterminen hält und die eingesammelten Dividenden einmal im Monat weiterreicht. Kürzen die Unternehmen im Portfolio ihre Dividende, schlägt das auf die Ausschüttung des ETF durch. Deshalb lohnt der Blick darauf, wie stabil die Zahlungshistorie bisher war.

ETFs mit Aktiendividenden
SpolečnostCenaDividendaVýnos
Global X SuperDividend ETFSDIV24,97 USD2,32 USD9,28 %
Global X SuperDividend U.S. ETFDIV19,71 USD1,32 USD6,69 %
Invesco S&P 500 High Dividend Low Volatility ETFSPHD52,58 USD2,41 USD4,58 %
Amplify CWP Enhanced Dividend Income ETFDIVO47,05 USD1,06 USD2,26 %
Invesco KBW High Dividend Yield Financial ETFKBWD12,20 USD1,72 USD14,09 %

Kurzy jsou orientační, se zpožděním.

ETFs mit Ertrag aus Optionsprämien (Covered Call)

Diese ETFs halten Aktien und verkaufen zugleich Kaufoptionen darauf. Den größten Teil der monatlichen Ausschüttung machen Prämien aus verkauften Optionen aus, nicht Dividenden der Unternehmen — deshalb liegt die Rendite um ein Vielfaches über der vorherigen Gruppe.

Bezahlt wird das mit einer Obergrenze beim Kursgewinn. Steigt der zugrunde liegende Index kräftig, übt der Käufer die Option aus, der ETF muss die Aktien zum vorher festgelegten Preis abgeben und bleibt hinter dem Markt zurück. In fallenden und seitwärts laufenden Märkten fließen die Prämien dagegen weiter und dämpfen den Verlust. Ein Teil der Ausschüttung kann zudem eine Rückzahlung des eingesetzten Kapitals sein, die nicht aus dem Ertrag stammt, sondern aus dem Wert des Anteils.

Covered-Call-ETFs
SpolečnostCenaDividendaVýnos
JPMorgan Equity Premium Income ETFJEPI57,28 USD4,65 USD8,11 %
JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income ETFJEPQ58,23 USD5,79 USD9,95 %
Global X NASDAQ 100 Covered Call ETFQYLD17,90 USD1,69 USD9,44 %
Global X Russell 2000 Covered Call ETFRYLD16,17 USD1,10 USD6,81 %
Global X S&P 500 Covered Call ETFXYLD41,36 USD3,84 USD9,29 %
NEOS Nasdaq-100 Hedged Equity Income ETFNUSI26,78 USD2,04 USD7,61 %
NEOS NASDAQ-100(R) High Income ETFQQQI53,74 USD0,05 USD0,09 %
Neos S&P 500(R) High Income ETFSPYI53,39 USD0,78 USD1,46 %
NEOS Russell 2000 High Income ETFIWMI52,38 USD1,11 USD2,12 %
iShares 20+ Year Treasury Bond Buywrite Strategy ETFTLTW21,39 USD2,11 USD9,86 %
Simplify Volatility Premium ETFSVOL15,80 USD2,08 USD13,19 %

Kurzy jsou orientační, se zpožděním.

ETFs mit Zinsertrag aus Anleihen

Diese ETFs halten Anleihen, Vorzugsaktien oder Unternehmenskredite. Die Ausschüttung ist ein Zins und keine Dividende — sie hängt nicht am Gewinn der Unternehmen, sondern an den Zinssätzen und daran, ob die Schuldner ihre Schulden bedienen.

Monatliche Zahlungen sind hier naheliegend, weil Kupons über das ganze Jahr verteilt eingehen. Der Kurs des Anteils bewegt sich allerdings gegenläufig zu den Zinsen. Steigen die Sätze, verlieren ältere Anleihen mit niedrigerem Kupon an Wert. Hinter besonders hohen Ausschüttungen stecken zudem meist Anleihen mit schwächerer Bonität, bei denen der höhere Kupon mit dem Ausfallrisiko bezahlt ist.

Anleihen- und Preferred-ETFs
SpolečnostCenaDividendaVýnos
iShares Preferred and Income Securities ETFPFF30,51 USD1,82 USD5,60 %
Global X U.S. Preferred ETFPFFD18,53 USD1,19 USD6,43 %
Invesco Preferred ETFPGX10,76 USD0,67 USD6,27 %
iShares iBoxx $ High Yield Corporate Bond ETFHYG79,31 USD3,80 USD5,90 %
State Street SPDR Bloomberg High Yield Bond ETFJNK95,45 USD4,24 USD6,60 %
State Street Blackstone Senior Loan ETFSRLN40,22 USD3,02 USD7,50 %
Janus Henderson Mortgage-Backed Securities ETFJMBS44,19 USD2,48 USD5,62 %

Kurzy jsou orientační, se zpožděním.

ETFs mit gemischter Ausschüttungsquelle

Diese ETFs kombinieren mehrere Quellen auf einmal — Immobilientrusts, Vorzugsaktien, geschlossene Fonds und Anleihen. Die Ausschüttung ist dann eine Mischung aus Dividenden, Zinsen und mitunter auch Kapitalrückzahlung.

Die Aufteilung ist bei dieser Gruppe am wenigsten durchschaubar. Ohne Blick in die Unterlagen des ETF lässt sich nicht erkennen, welcher Anteil der ausgewiesenen Rendite tatsächlich Ertrag ist. Hier lohnt der Jahresbericht, in dem die Gesellschaft die Zusammensetzung der Ausschüttungen aufschlüsselt.

Gemischte Income-ETFs
SpolečnostCenaDividendaVýnos
Global X Alternative Income ETFALTY12,38 USD0,91 USD7,39 %
Amplify CEF High Income ETFYYY11,29 USD1,41 USD12,50 %

Kurzy jsou orientační, se zpožděním.

So liest man die Tabellen

In der Übersicht stehen nur ETFs, deren Zahlungshistorie mindestens zehn Ausschüttungen in den vergangenen zwölf Monaten belegt. ETFs mit vierteljährlicher Zahlung gehören nicht dazu, auch wenn sie gelegentlich unter den monatlichen Dividendenwerten geführt werden.

Die Rendite ist die Summe der Ausschüttungen eines Jahres bezogen auf den aktuellen Kurs und wird live geladen. Ein hoher Wert steht nicht für den besseren ETF. Bei Covered Call ist er mit dem Verzicht auf einen Teil des Kursgewinns bezahlt, bei Anleihen mit höherem Kreditrisiko.

Die Verwaltungsgebühr führen die Tabellen nicht auf, weil die Datenquelle sie nicht liefert. Sie steht im Basisinformationsblatt oder beim Anbieter des ETF und mindert den Ertrag.

Worauf zu achten ist

Die monatliche Zahlung ist für sich genommen kein Vorteil. Ein ETF, der zwölfmal im Jahr ausschüttet, verdient nicht mehr als ein vergleichbarer ETF mit vierteljährlicher Zahlung, er verteilt das Geld nur in kürzeren Abständen. Der Unterschied liegt in der Planbarkeit, nicht in einer höheren Gesamtrendite.

Bei den ETFs mit der höchsten Ausschüttung lohnt die Frage, welcher Anteil davon Kapitalrückzahlung ist. Sie stammt nicht aus dem Ertrag, sondern aus dem eingezahlten Geld und zehrt langfristig am Wert des Anteils.

Steuerlich werden Dividende, Zins und Kapitalrückzahlung unterschiedlich behandelt. Bei US-ETFs geht zusätzlich Quellensteuer ab, deren Satz davon abhängt, ob beim Broker das Formular W-8BEN hinterlegt ist.

Ein Punkt betrifft Anleger in der EU besonders. Der Großteil der hier genannten ETFs ist in den USA aufgelegt und über europäische Broker für Privatanleger meist nicht handelbar, weil das nach PRIIPs vorgeschriebene Basisinformationsblatt fehlt. In Europa aufgelegte UCITS-ETFs mit monatlicher Ausschüttung gibt es, ihre Zahl ist aber deutlich kleiner.

Kann ich von der Ausschüttung leben und mein Gehalt ersetzen? +

Am Anfang in aller Regel nicht. Damit die monatliche Zahlung ein Gehalt ersetzt, braucht es ein Depot in einer Größenordnung, die weit über dem üblichen Ersparten liegt. Dazu kommt, dass die Ausschüttungen nicht garantiert sind und schwanken können.

Wie viel Geld brauche ich für den Einstieg? +

Das hängt vom Broker ab. Ein Anteil dieser ETFs kostet meist einen niedrigen zweistelligen Dollarbetrag, an der Einstiegssumme scheitert es also selten. Bei Brokern mit Bruchstücken geht es auch mit kleineren Beträgen.

Wann kommt nach dem Kauf die erste Zahlung? +

Der ETF muss vor dem Ex-Tag im Depot liegen. Wer danach kauft, bekommt die erste Zahlung erst im Folgemonat. Die Termine stehen vorab auf den Seiten der Fondsgesellschaft.

Ist eine hohe Rendite ein Zeichen für einen guten ETF? +

Nein. Bei Covered-Call-ETFs ist die hohe Rendite mit dem Verzicht auf einen Teil des Kursgewinns bezahlt, bei Anleihen-ETFs mit höherem Kreditrisiko. Aussagekräftig ist die Gesamtrendite einschließlich der Kursentwicklung des Anteils, nicht der Prozentwert der Ausschüttung allein.

Was ist der Unterschied zwischen Dividende und Ausschüttung? +

Die Dividende ist ein Anteil am Gewinn eines Unternehmens. Die Ausschüttung ist der weiter gefasste Begriff und kann Zinsen, Optionsprämien und die Rückzahlung von eingesetztem Kapital enthalten. Die meisten ETFs mit monatlicher Zahlung schütten aus, eine reine Dividende ist es dabei selten.

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