Dreiecke im Chart – symmetrisch, auf- und absteigend

Martin Krpenský Redaktionell geprüft
Veröffentlicht 5 Min. Lesezeit
Ausgedruckte Kursanalyse auf dem Tisch mit eingezeichnetem Dreieck, daneben Lineal und Bleistift
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Ein Dreieck ist eine Formation, die im Chart entsteht, wenn die Kursschwankungen allmählich enger werden. Hochs und Tiefs laufen auf einen gemeinsamen Punkt zu, und der Markt bleibt eine Zeit lang zwischen zwei Begrenzungslinien, bevor er eine davon durchbricht.

Wie ein Dreieck entsteht

Der Markt bewegt sich in Wellen zwischen Angebot und Nachfrage. Wird der Abstand zwischen beiden kleiner, fällt jede weitere Welle kürzer aus als die vorherige. Die Hochs sinken, die Tiefs steigen, oder es bewegt sich nur eine der beiden Reihen. Die Verbindungslinie der Hochs und die Verbindungslinie der Tiefs laufen dann aufeinander zu und bilden die Form eines Dreiecks.

Nach dem Verhalten dieser beiden Linien werden drei Varianten unterschieden.

Formationobere Begrenzunguntere Begrenzung
symmetrischfälltsteigt
aufsteigendwaagerechtsteigt
absteigendfälltwaagerecht

Die Begrenzungen des Dreiecks sind nichts anderes als Unterstützung und Widerstand, nur eben schräg. Für sie gilt dasselbe. Je öfter der Kurs sie berührt, ohne sie zu durchbrechen, desto mehr Gewicht haben sie für den Markt.

Symmetrisches Dreieck

Die häufigste der drei Varianten. Die obere Linie verbindet fallende Hochs, die untere steigende Tiefs, und beide laufen etwa gleich schnell aufeinander zu.

Symmetrisches Dreieck mit fallendem Volumen und projiziertem Ziel nach dem Ausbruch

Symmetrisches Dreieck. Links ist die Höhe der Basis markiert, rechts dieselbe Strecke, angetragen ab dem Ausbruchspunkt. Die Balken unten sind das Volumen.

Es steht für Unentschlossenheit, in der keine der beiden Seiten die Oberhand hat. Deshalb wartet man auf den Ausbruch, erst er ist ein lesbares Signal.

In der Praxis gibt es zwei Herangehensweisen. Die einen handeln es nur in Richtung des Trends, der der Formation vorausging, also den Ausbruch nach oben in einem steigenden Markt und nach unten in einem fallenden. Die anderen nehmen beide Seiten, unabhängig vom vorherigen Trend. Der Filter nach dem vorherigen Trend nimmt einen Teil der Fehlausbrüche heraus, dafür verpasst er Bewegungen, die gegen ihn laufen.

Aufsteigendes Dreieck

Die obere Linie verläuft waagerecht, also eine Reihe von Hochs auf etwa gleicher Höhe. Die untere Linie steigt, weil jedes weitere Tief höher liegt als das vorherige.

Aufsteigendes Dreieck mit waagerechtem Widerstand und steigenden Tiefs

Aufsteigendes Dreieck. Die Käufer sind jedes Mal bereit, mehr zu zahlen, während die Verkäufer dieselbe Kursebene halten.

Die waagerechte Linie oben ist eine Ebene, auf der genug Verkaufsorders liegen, um den Kurs jedes Mal zu stoppen. Steigende Tiefs bedeuten, dass die Käufer bereit sind, immer mehr zu zahlen. Sind die Verkaufsorders auf dieser Ebene aufgebraucht, kommt der Kurs darüber hinweg.

Die Formation tritt im steigenden wie im fallenden Markt auf. Im steigenden bestätigt sie die Fortsetzung, im fallenden kann sie eine Umkehr ankündigen.

Absteigendes Dreieck

Der gespiegelte Fall. Die untere Linie verläuft waagerecht, also eine Reihe von Tiefs auf gleicher Höhe, und die obere Linie fällt, weil jedes weitere Hoch tiefer liegt.

Absteigendes Dreieck mit waagerechter Unterstützung und fallenden Hochs

Absteigendes Dreieck. Die Verkäufer geben sich mit immer niedrigeren Kursen zufrieden, während die Käufer eine Ebene halten.

Auf der waagerechten Ebene unten liegen Kauforders, die den Kurs immer wieder anheben, doch die Verkäufer geben sich jedes Mal mit einem niedrigeren Kurs zufrieden. Versiegt das Kaufinteresse auf dieser Ebene, fällt der Kurs darunter.

Wie das aufsteigende tritt es in beiden Trends auf. Im fallenden bestätigt es die Fortsetzung, im steigenden kann es eine Umkehr sein.

Was das Volumen zeigt

Das Volumen sinkt während der Formation in der Regel. Die Schwankungsbreite wird enger, die Händler warten, die Aktivität versiegt. In den Charts oben sind das die grauen Balken, die nach und nach kürzer werden.

Beim Ausbruch soll sich das umkehren. Steigendes Volumen zeigt, dass hinter der Bewegung echtes Interesse steht und nicht nur ein kurzer Ausschlag in einem dünnen Markt. Ein Ausbruch ohne Volumen kehrt häufiger in die Formation zurück.

Wie weit die Bewegung reichen kann

Die übliche Schätzung des Ziels geht von der Höhe des Dreiecks aus. Gemessen wird der senkrechte Abstand zwischen den Linien an der breitesten Stelle, also am Anfang der Formation, und dieselbe Strecke wird ab dem Punkt angetragen, an dem der Kurs die Linie durchbrochen hat.

In allen drei Charts ist das das Paar senkrechter Klammern.

Das ist eine grobe Schätzung, keine Vorhersage, denn sie sagt nur, welche Bewegung der Größe der vorherigen Konsolidierung entsprechen würde.

Wo es hakt

Ein Dreieck erkennen Sie zuverlässig erst im Rückblick. Solange sich die Formation bildet, sind die Begrenzungen nur zwei Linien durch einige wenige Punkte, und mit jeder weiteren Bewegung können sie sich verschieben.

Fehlausbrüche sind normal. Der Kurs durchbricht die Linie, nimmt die Orders auf der anderen Seite mit und kehrt zurück. Genau deshalb wird das Volumen beobachtet, und deshalb wartet ein Teil der Händler auf eine Bestätigung, statt bei der ersten Berührung einzusteigen.

Je näher an der Spitze, desto schwächer das Signal. Ein Ausbruch, der erst im letzten Viertel des Dreiecks kommt, wenn sich die Linien fast berühren, ist meist weniger zuverlässig als ein früherer.

Ähnlich liest man auch die Bullenflagge und die Bärenflagge.

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