Eine Aktie ist ein kleines Stück einer Firma. Wer sie kauft, wird Miteigentümer. Verdient die Firma Geld, kann sie einen Teil davon an die Eigentümer verteilen. Diese Zahlung heißt Dividende und kommt in bar.
Sie müssen dafür nur die Aktie besitzen. Gekauft wird sie über einen Händler, den man Broker nennt. Mehr ist nicht zu tun. Das Geld landet von selbst auf Ihrem Konto bei ihm.
Es geht hier vor allem um amerikanische Aktien. Bei ihnen ist die Dividende das größte Thema. Gezahlt wird viermal im Jahr.
Wann die Dividende kommt und wer sie bekommt
Amerikanische Firmen zahlen meistens viermal im Jahr. Darüber entscheidet die Führung der Firma allein. Europäische Firmen zahlen meistens einmal im Jahr. Dort müssen die Besitzer der Aktien der Zahlung erst zustimmen.
Achten Sie auf eine Falle. Eine Firma mit vier Zahlungen gibt nicht mehr Geld als eine Firma mit einer. Es ist derselbe Jahresbetrag in vier Teilen.
Über den Anspruch entscheidet ein einziger Tag vor jeder Zahlung. Er heißt Ex-Dividenden-Tag. Wer die Aktie an diesem Tag oder später kauft, bekommt nichts. Das Geld geht an den Verkäufer.
Wer früher kauft, bekommt die Dividende. Wie lange Sie die Aktie halten, spielt keine Rolle. Ein Tag vorher reicht. Den Termin gibt die Firma vorher bekannt. Sie finden ihn bei der Aktie und in der App Ihres Brokers.
Jetzt der überraschende Teil. An diesem Tag fällt der Kurs um ungefähr die Höhe der Dividende. Das ist keine Reaktion des Marktes. Die Börse zieht den Betrag gleich zum Handelsstart automatisch ab. Die Firma schickt ja Geld weg und ist danach weniger wert.
Ein Beispiel mit Zahlen. Die Aktie kostet 50 Dollar und zahlt 0,50 Dollar aus. Am Morgen wird sie zu 49,50 gehandelt. Sie haben 49,50 in der Aktie und 0,50 in bar. Zusammen sind das weiter 50 Dollar. Ein Kauf kurz vor der Zahlung bringt für sich genommen also nichts.
Wie viel Prozent die Dividende bringt
Der Betrag je Aktie allein sagt nichts. Sie müssen ihn mit dem Kurs vergleichen. Dafür gibt es die Dividendenrendite.
Die Rendite sagt, wie viel Prozent vom Kurs Sie im Jahr zurückbekommen. Eine Aktie für 50 Dollar zahlt 2 Dollar im Jahr. Das sind 4 Prozent Rendite.
Zwei Aktien aus der Tabelle unten zeigen das schön. Essex Property vermietet Wohnungen in den USA und zahlt 2,59 Dollar pro Quartal. Realty Income vermietet Ladenflächen und zahlt 0,27 Dollar pro Monat.
Das sieht nach einem riesigen Unterschied aus. Es ist aber keiner. Die Aktie von Essex kostet rund 288 Dollar, die von Realty Income rund 63 Dollar.
Rechnen Sie beides aufs Jahr hoch und teilen Sie durch den Kurs. Dann steht Essex bei 3,6 Prozent und Realty Income bei 5,2 Prozent. Das gilt zum 6. August 2026.
Warum eine hohe Rendite oft warnt
Die Rendite wird aus dem Kurs berechnet. Fällt der Kurs, springt die Rendite von allein nach oben. Die Firma kann dabei genauso viel zahlen wie vorher.
Ein Beispiel. Eine Aktie für 100 Dollar zahlt 4 Dollar im Jahr. Die Rendite sind 4 Prozent. Der Kurs fällt auf 70 Dollar. Die Zahlung bleibt gleich, die Rendite sind plötzlich 5,7 Prozent. Die Firma hat dafür nichts getan.
Ein Kurs fällt meistens aus einem Grund. Anleger rechnen damit, dass der Firma das Geld ausgeht. Für die Zahlung bleibt dann nichts übrig. Eine normale amerikanische Aktie bringt rund zwei Prozent. Acht Prozent und mehr sind das Vierfache. Da lohnt sich die Frage nach dem Warum.
Ob eine Firma die Dividende trägt, zeigt die Ausschüttungsquote. Sie sagt, wie viel Prozent vom Gewinn an die Eigentümer gehen.
Bei 40 Prozent bleibt der Rest in der Firma. Sie hat eine Reserve und Geld für neue Projekte. Bei über hundert Prozent verteilt die Firma mehr, als sie verdient. Den Rest muss sie leihen oder aus Erspartem nehmen. Das hält nicht lange.
Eine Ausnahme sind die sogenannten REITs. Das ist eine Firma, die Häuser, Wohnungen oder Läden besitzt und vermietet. Das Gesetz zwingt sie, mindestens neunzig Prozent vom Gewinn an die Eigentümer zu verteilen. Dafür spart sie die Steuer auf den Gewinn, die andere Firmen zahlen. Eine hohe Rendite ist bei ihnen deshalb nicht automatisch verdächtig. Sie kommt direkt aus dem Gesetz. In der Tabelle unten stehen drei davon. Realty Income, Federal Realty als Vermieter von Einkaufszentren und Essex Property.
Aristokraten und Könige
Der S&P 500 ist eine Liste der fünfhundert größten Firmen der USA. So eine Liste nennt man Index. Wer herausfliegt, spürt das. Große Fonds kaufen nämlich genau nach solchen Listen.
Ein Dividendenaristokrat ist eine Firma aus dieser Liste. Sie muss die Dividende mindestens fünfundzwanzig Jahre in Folge erhöht haben. 2026 sind es 69 Firmen. Für den Klub reichen 25 Jahre. Die meisten Mitglieder sind aber viel länger dabei, im Schnitt 43 Jahre.
Am längsten erhöhen drei Firmen. Der Getränkehersteller Coca-Cola, der Medikamentenhersteller Johnson & Johnson und der Waschmittelhersteller Procter & Gamble. Alle drei schaffen das seit 63 Jahren.
Ein Dividendenkönig ist ein inoffizieller Titel für fünfzig Jahre Wachstum in Folge. Keine Börse führt so eine Liste. Das machen private Webseiten. Eine nennt im August 2026 58 Könige, eine andere 54. Das ist kein Fehler. Jede rechnet nach etwas anderen Regeln.
Der Titel garantiert aber nichts. Wer die Dividende senkt, fliegt von der Liste. Die letzten Jahre haben drei Beispiele geliefert.
Walgreens, eine amerikanische Apothekenkette, hatte 47 Jahre Wachstum hinter sich. Im Januar 2024 senkte die Firma die Dividende um 48 Prozent und flog raus. Die Aktie verlor im Jahr 2024 64 Prozent. Im Januar 2025 strich die Firma die Zahlung ganz. Das war das erste Mal seit 92 Jahren. Es passt auch zum Thema hohe Rendite. Bei Walgreens war sie vor allem deshalb hoch, weil der Kurs jahrelang fiel.
3M, ein Hersteller von Klebebändern und Industriematerialien, erhöhte 66 Jahre lang. 2024 wurde die Medizinsparte als eigene Firma abgetrennt. Die kleinere Firma verteilte danach logischerweise weniger. Die Zahlung fiel etwa auf die Hälfte. Probleme waren das keine. Von der Liste flog die Firma trotzdem.
AT&T, ein amerikanischer Telefonanbieter, hat die Dividende nicht einmal gesenkt. Die Firma hat sie ein Jahr lang nur nicht erhöht. Das hat gereicht. Im Februar 2022 war nach 36 Jahren Schluss.
Steuern: ein Formular beim Broker
Die USA behalten von jeder Dividende an Ausländer 30 Prozent ein. Dieses Abziehen an der Quelle heißt Quellensteuer. Auf Ihrem Konto landet also schon weniger.
Deutschland hat mit den USA ein Abkommen. Danach reichen 15 Prozent. Von allein passiert das aber nicht. Sie müssen den Amerikanern zeigen, dass Sie in Deutschland leben.
Dafür gibt es ein Formular mit dem seltsamen Namen W-8BEN. Es ist eine Erklärung, dass Sie kein Steuerzahler in den USA sind. Sie müssen es nirgends besorgen und nirgends hinschicken. Es geht an Ihren Broker. Der erledigt das heute elektronisch, meistens gleich bei der Kontoeröffnung.
Es gilt drei Jahre. Wer 2026 unterschreibt, ist bis Ende 2029 versorgt. Danach unterschreiben Sie erneut.
Von deutschen Dividenden nimmt der Staat 26,375 Prozent. Das zieht die Bank direkt ab, und Sie müssen dafür nichts tun. Wer Kirchensteuer zahlt, liegt etwas höher.
Bei amerikanischen Aktien läuft es anders. Hier werden Sie einmal selbst aktiv, und danach ist das Thema erledigt. Ohne das Formular verschenken Sie dagegen jedes Jahr Geld.
Wie der Rest der Steuer abläuft, hängt von Ihrem Broker ab. Eine deutsche Bank führt sie meist automatisch ab. Bei einem ausländischen Broker geben Sie die Dividende selbst in der Steuererklärung an. In die Erklärung gehört der volle Betrag vor dem amerikanischen Abzug, umgerechnet in Euro. Fristen und Ihren persönlichen Fall klärt am besten ein Steuerberater.
Aristokraten mit der höchsten Rendite
Es geht um amerikanische Aktien. Kurse und Dividenden stehen in Dollar. Die Renditen gelten zum 6. August 2026 und ändern sich mit dem Kurs jeden Tag.
| Společnost | Cena | Dividenda | Výnos | Tržní kap. |
|---|---|---|---|---|
| 47,31 USD | 2,60 USD | 5,50 % | 21,87 mld. USD | |
| 62,58 USD | 3,25 USD | 5,19 % | 58,35 mld. USD | |
| 106,48 USD | 5,00 USD | 4,70 % | 12,88 mld. USD | |
| 25,08 USD | 1,17 USD | 4,67 % | 13,80 mld. USD | |
| 109,17 USD | 5,12 USD | 4,69 % | 36,31 mld. USD | |
| 113,47 USD | 5,20 USD | 4,58 % | 24,20 mld. USD | |
| 137,79 USD | 5,92 USD | 4,30 % | 188,22 mld. USD | |
| 188,56 USD | 7,12 USD | 3,78 % | 369,95 mld. USD | |
| 120,18 USD | 4,64 USD | 3,86 % | 10,51 mld. USD | |
| 34,23 USD | 1,32 USD | 3,86 % | 17,39 mld. USD | |
| 52,01 USD | 1,92 USD | 3,69 % | 13,98 mld. USD | |
| 285,84 USD | 10,36 USD | 3,62 % | 19,70 mld. USD | |
| 86,13 USD | 2,88 USD | 3,34 % | 110,25 mld. USD | |
| 102,85 USD | 3,36 USD | 3,27 % | 15,53 mld. USD | |
| 108,00 USD | 3,51 USD | 3,25 % | 39,80 mld. USD |
Kurzy jsou orientační, se zpožděním.
Von 63 Aristokraten mit aktuellem Kurs kommen nur siebzehn auf drei Prozent oder mehr. Die meisten liegen bei rund zwei Prozent. Wer sich mit Dividenden möglichst viel dazuverdienen will, findet in dieser Gruppe wenig.
Was Sie mitnehmen sollten
Eine Dividende ist kein zusätzliches Geld. Es ist Bargeld, das von der Firma zum Eigentümer wandert. Der Kurs fällt um genau diesen Betrag.
Eine hohe Rendite kommt öfter von einem gefallenen Kurs als von Großzügigkeit. Eine lange Reihe von Erhöhungen sagt, wie sich eine Firma früher verhalten hat. Für die Zukunft verspricht sie nichts. Walgreens und 3M haben das gezeigt.
Und ob von der amerikanischen Dividende 15 oder 30 Prozent abgehen, entscheidet ein Formular beim Broker.