Dividende: Auszahlung, Besteuerung und Ex-Tag

Martin Krpenský Redaktionell geprüft
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Tři panely: rostoucí dividenda na akcii, srovnání dividendových výnosů a pořadí termínů výplaty
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Die Dividende ist der Anteil am Gewinn, den ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet. Der Anspruch darauf hängt am Besitz der Aktie: Wer die Aktie nicht hält, bekommt keine Dividende, und wer sie im falschen Moment verkauft, verliert sie an den Käufer.

Wie viel ankommt, richtet sich nach der Stückzahl. Schüttet ein Unternehmen hundert Euro je Aktie aus und Sie halten hundert Aktien, sind es zehntausend Euro. Gezahlt werden kann einmal jährlich, quartalsweise oder monatlich – US-Unternehmen meist quartalsweise, europäische eher einmal im Jahr.

Vier Termine, die man kennen muss

  1. Ankündigungstag – Die Hauptversammlung beschließt die Gewinnverwendung, das Unternehmen nennt die Höhe der Dividende und die weiteren Termine.
  2. Ex-Tag (ex-dividend date) – Der erste Handelstag, an dem die Aktie ohne Dividendenanspruch gehandelt wird. Wer sie an diesem Tag oder später kauft, bekommt die Dividende nicht mehr. Der letzte Tag, an dem der Anspruch noch entsteht, ist der Handelstag vor dem Ex-Tag.
  3. Stichtag (record date) – Der Tag, zu dem die Einträge im Register gelesen werden. Anspruch hat, wer zu diesem Tag als Eigentümer verzeichnet ist.
  4. Auszahlungstag – Der Tag, an dem das Geld auf dem Konto ankommt. Vom Beschluss der Hauptversammlung bis zur Auszahlung vergehen üblicherweise einige Wochen bis Monate.

Ex-Tag und Stichtag werden regelmäßig verwechselt, dabei sind es keine Synonyme. Ihr Abstand ergibt sich allein daraus, wie lange die Abwicklung eines Geschäfts dauert. In Europa gilt T+2, der Ex-Tag fällt damit auf den Handelstag vor dem Stichtag. Der US-Markt ist im Mai 2024 auf T+1 umgestellt, seitdem liegen Ex-Tag und Stichtag dort auf demselben Tag.

Zeitachse der Dividendenzahlung bei Abwicklung T+2 und T+1 Die Reihenfolge ist immer dieselbe: (1) Ankündigung, (2) Ex-Tag, (3) Stichtag, (4) Auszahlung. Bei Abwicklung T+2 liegt zwischen Ex-Tag und Stichtag ein Handelstag, bei T+1 fallen beide zusammen.

Warum der Kurs fällt, bevor das Geld ankommt

Der Kurs sinkt am Ex-Tag, nicht am Auszahlungstag. Der Markt preist den wegfallenden Anspruch in dem Moment ein, in dem die Aktie ihn verliert – bis zur Zahlung können danach noch Wochen vergehen.

Theoretisch fällt der Kurs um die Bruttodividende, nicht um die Nettodividende. Bewertet wird der Anspruch selbst, nicht die Steuersituation des einzelnen Halters; die unterscheidet sich bei Privatanlegern, Fonds und ausländischen Eigentümern.

In der Praxis geht die Rechnung nicht genau auf. Der Rückgang fällt meist etwas kleiner aus als die Dividende, weil einzelne Anlegergruppen unterschiedlich besteuert werden – und vor allem überlagert ihn die normale Marktbewegung. Bei einer Dividendenrendite um die drei Prozent ist der erwartete Rückgang so klein, dass er am einzelnen Titel oft gar nicht zu erkennen ist.

Warum die Dividende zählt

Dividenden machen einen erheblichen Teil der langfristigen Aktienrendite aus, und am S&P 500 lässt sich das anschaulich zeigen. Seit Januar 1988 ist der reine Kursindex etwa auf das Dreißigfache gestiegen, seine Performancevariante mit reinvestierten Dividenden dagegen auf mehr als das Sechzigfache. Den Unterschied zwischen beiden Kurven machen eben die Dividenden aus.

Die Ausschüttung sagt zugleich etwas über das Unternehmen aus, aber weniger, als ihr zugeschrieben wird. Eine regelmäßige Dividende bedeutet, dass das Unternehmen etwas zum Ausschütten hat, sie bedeutet aber nicht, dass es gesund ist – gezahlt werden kann auch aus Rücklagen früherer Jahre oder aus Schulden. Prüfen lässt sich das einfach: nachsehen, ob die Ausschüttung zu dem passt, was das Unternehmen tatsächlich verdient.

Der dritte Punkt ist die Wiederanlage. Eine Dividende, die auf dem Konto liegen bleibt, arbeitet nicht weiter. Thesaurierende Fonds führen sie automatisch ins Portfolio zurück, bei einzelnen Aktien muss der Anleger das selbst tun.

Dividendenrendite und Ausschüttungsquote

Zwei Kennzahlen, an denen Dividendenaktien verglichen werden.

Die Dividendenrendite ist die Dividende je Aktie geteilt durch den Kurs. Bei einer Aktie zu tausend und einer Dividende von vierzig sind das vier Prozent. Achten Sie darauf, ob es sich um die Rendite vor oder nach Steuern handelt – die Quellen kennzeichnen das oft nicht.

Die Rendite steigt auch dann, wenn der Kurs fällt. Eine hohe Dividendenrendite ist deshalb für sich genommen keine gute Nachricht, manchmal ist sie nur die Folge davon, dass der Markt an dem Unternehmen zweifelt.

Die Ausschüttungsquote ist die Dividende geteilt durch den Gewinn je Aktie und sagt, wie viel vom Verdienten das Unternehmen verteilt hat. Die Spanne ist groß – von wenigen Prozent bei Unternehmen, die für eine Übernahme sparen, bis zu hundert Prozent bei jenen, die den gesamten Gewinn ausschütten. Eine Quote dauerhaft über hundert Prozent bedeutet, dass mehr ausgeschüttet wird, als verdient wird, und dass das Geld irgendwoher kommen muss.

Worauf man bei den Steuern achten sollte

Die Besteuerung der Dividende hat zwei Ebenen, die gerne durcheinandergeraten.

Die erste ist die im Sitzstaat des Unternehmens einbehaltene Steuer. Sie geht ab, bevor das Geld auf dem Konto ankommt, und ihren Satz senken Doppelbesteuerungsabkommen. Bei US-Aktien ist das am deutlichsten sichtbar: Der Standardeinbehalt für Ausländer liegt bei 30 %, das Abkommen senkt ihn beim Privatanleger üblicherweise auf 15 %. Der Anspruch muss allerdings mit dem Formular W-8BEN geltend gemacht werden, das Sie beim Broker unterschreiben. Ohne dieses Formular werden volle dreißig Prozent einbehalten, und die Differenz holt man sich nur schwer zurück.

Die zweite Ebene ist die Steuer in Ihrem eigenen Land. Sie unterscheidet sich von Staat zu Staat und richtet sich danach, wo Sie steuerlich ansässig sind – wie viel Sie zahlen, ob der Ertrag in der Steuererklärung auftaucht und was Sie sich von der bereits einbehaltenen Steuer anrechnen lassen können, prüfen Sie deshalb nach Ihren eigenen Regeln.

Eines gilt allgemein: Eine Befreiung nach einer bestimmten Haltedauer bezieht sich in der Regel auf den Gewinn aus dem Verkauf der Aktie, nicht auf die Dividende. Die wird jedes Mal besteuert, ob Sie die Aktie einen Monat oder zwanzig Jahre halten.

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