Alpha- und Beta-Koeffizient bei Aktien

Martin Krpenský Redaktionell geprüft
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Alpha- und Beta-Koeffizient bei Aktien
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Alpha und Beta sind zwei Kennzahlen, mit denen sich das Risiko und die Wertentwicklung einer Aktie im Verhältnis zum Gesamtmarkt beschreiben lassen. Das sogenannte spezifische Risiko, also das Risiko einzelner Unternehmen, lässt sich durch Streuung des Depots weitgehend ausschalten. Beim systematischen Risiko geht das nicht: Es entsteht aus den Bewegungen des gesamten Marktes, angetrieben von konjunkturellen, politischen und gesellschaftlichen Faktoren, und trifft praktisch jedes gehandelte Wertpapier. Wer es trägt, erwartet dafür eine Gegenleistung in Form von Rendite. Genau an dieser Stelle setzen die beiden Kennzahlen an.

Der Beta-Koeffizient (β)

Beta wird häufig als Maß für die Schwankungsbreite einer Aktie bezeichnet. Die Kennzahl setzt das einzelne Papier ins Verhältnis zum Markt und vergleicht beide Kursverläufe im selben Zeitraum. Sie beantwortet damit eine einzige Frage: Wie stark hat die Aktie auf Marktbewegungen reagiert? Üblich ist folgende Einordnung:

  • Beta > 1 = (höhere Schwankung) Die Aktie bewegt sich in dieselbe Richtung wie der Markt, aber mit größeren Ausschlägen. Fällt der Gesamtmarkt, fällt dieses Papier historisch stärker.
  • 0 < Beta < 1 = (geringere Schwankung) Die Aktie folgt dem Markt, schwankt dabei jedoch weniger als dieser. Die Bewegungen fallen gedämpfter aus, Trendwechsel treten seltener auf.
  • 0 > Beta > -1 = Die Aktie läuft dem Markt entgegen, allerdings nur in begrenztem Umfang. Die Empfindlichkeit gegenüber Marktbewegungen ist gering, entsprechend überschaubar fallen die Folgen aus.
  • Beta < -1 = Die Aktie läuft dem Markt entgegen, und das mit kräftigen Ausschlägen. Eine Fehleinschätzung solcher Papiere kann teuer werden, umgekehrt sind bei entsprechend höherem Risiko auffällige Ergebnisse möglich.

Beta der Apple-Aktie auf der Übersichtsseite eines Börsenportals, Wert 1,29 aus fünf Jahren Monatsdaten

Der Alpha-Koeffizient (α)

Alpha zeigt, welchen Teil ihrer Wertentwicklung eine Aktie unabhängig vom Markttrend erwirtschaftet hat. Die Kennzahl gilt deshalb als Indikator für das wertpapierspezifische Risiko. Angegeben wird sie in Prozent, bezogen auf ein Jahr, ein Halbjahr, ein Quartal oder einen Monat. Sie misst die Differenz zwischen der tatsächlich erzielten Rendite eines Zeitraums und jener Rendite, die allein aufgrund des über Beta gemessenen Marktrisikos zu erwarten gewesen wäre. Alpha sagt also aus, wie der Markt die Leistung eines Papiers im Verhältnis zu seinem Risiko bewertet hat.

Ob Alpha positiv oder negativ ausfällt, hängt unter anderem von Geschäftsmodell und Größe des Unternehmens ab. Die Zahl signalisiert, ob der Markt die Ergebnisse der Gesellschaft als überdurchschnittlich, durchschnittlich oder unterdurchschnittlich eingestuft hat.

Diese Werte kann die Kennzahl annehmen:

  • ALFA = 0 = Gleichgewicht, die Rendite entspricht der Erwartung.
  • ALFA > 0 steigend = Erwartung überdurchschnittlicher Renditen.
  • Fallendes ALFA > 0 = Mögliches Abschmelzen der Überrendite.
  • Fallendes ALFA < 0 = Unterdurchschnittliche Renditen werden erwartet.
  • ALFA < 0 steigend = Positive Änderung der Erwartungen mit Wirkung auf den Kurs.

So werden Alpha und Beta berechnet

Beide Kennzahlen stammen aus demselben Modell: Sie stellen die Rendite einer Aktie der Rendite des Gesamtmarktes gegenüber.

Beta

β = Kovarianz (Aktienrendite, Marktrendite) ÷ Varianz (Marktrendite)

Misst, wie stark eine Aktie die Marktbewegung nachvollzieht. Ein Beta von 1,3 bedeutet: Stieg der Index um ein Prozent, legte die Aktie historisch rund 1,3 Prozent zu — und gab im umgekehrten Fall genauso stark nach.

Alpha

α = tatsächliche Rendite − (risikofreier Zins + β × Marktrisikoprämie)

Der Rest, den weder die Marktbewegung noch das eingegangene Risiko erklären. Ein positives Alpha heißt, dass die Aktie mehr verdient hat, als ihrem Beta entsprach.

Beide Zahlen werden aus der Vergangenheit berechnet, üblicherweise aus fünf Jahren Monatsdaten. Sie beschreiben, wie sich eine Aktie verhalten hat, nicht wie sie sich verhalten wird.

Wo Sie diese Zahlen finden

Beta steht bei den meisten Finanzportalen auf der Übersichtsseite der jeweiligen Aktie, in der Regel mit dem Hinweis, aus welchem Zeitraum der Wert stammt. Am häufigsten ist die Angabe „5Y Monthly”, also fünf Jahre Monatsdaten. Alpha wird seltener ausgewiesen, weil das Ergebnis vom gewählten risikofreien Zins abhängt und davon, welcher Index als Markt herangezogen wird.

Wichtig ist dabei: Die Werte unterscheiden sich von Quelle zu Quelle. Ein anderer Zeitraum, ein anderer Referenzindex oder eine andere Datenfrequenz ergeben für dieselbe Aktie andere Zahlen. Bevor Sie zwei Unternehmen vergleichen, lohnt sich deshalb der Blick darauf, ob die Angaben aus derselben Quelle und demselben Zeitraum stammen.

Was Alpha und Beta nicht verraten

Beta sagt nichts über die Qualität eines Unternehmens aus. Ein niedriges Beta bedeutet allein, dass sich die Aktie weniger bewegt hat als der Markt. Dahinter kann ein stabiles Geschäft stecken, ebenso gut aber ein Papier, das kaum gehandelt wird.

Ein positives Alpha aus der Vergangenheit setzt sich nicht in die Zukunft fort. Bei einzelnen Aktien geht es oft auf ein konkretes Ereignis zurück, das sich so nicht wiederholt, und nach Abzug der Kosten bleibt davon häufig nichts übrig.

Keine der beiden Kennzahlen berücksichtigt, dass sich ein Unternehmen grundlegend verändern kann. Nach einer Übernahme, einem Wechsel des Geschäftsfelds oder einer starken Verschuldung beschreibt ein aus fünf Jahren Historie berechnetes Beta eine Firma, die es in dieser Form nicht mehr gibt.

Alpha und Beta bleiben trotzdem nützliche Anhaltspunkte. Sie helfen einzuordnen, wie eine Aktie in der Vergangenheit auf Marktbewegungen reagiert hat und in welchem Verhältnis Risiko und Ergebnis dabei standen.

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