Börsensimulator zum Traden und Investieren kostenlos

Martin Krpenský Redaktionell geprüft
Veröffentlicht Aktualisiert 14 Min. Lesezeit
Monitor mit Chart und dem Schriftzug PAPER TRADING, virtuelles Guthaben 100.000 USD
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Ein Börsensimulator leiht Ihnen ein virtuelles Guthaben, lässt Sie Orders auf echte Kursdaten setzen und rechnet das Ergebnis aus, nur passiert an der Börse nichts davon. Hinter dem einen Namen stecken allerdings fünf recht unterschiedliche Werkzeuge. Sie unterscheiden sich in den Daten, in dem, was Sie darauf trainieren, und darin, ab welchem Punkt sie mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun haben.

Die meisten denken bei einem Simulator an ein Demokonto beim Broker. Das ist nur eine der Möglichkeiten und für einen großen Teil des Trainings die langsamste, weil ein Demo in Echtzeit läuft. Fünfzig Trades einer Swing-Strategie dauern dort Monate. Im Chart-Replay schaffen Sie dieselben fünfzig an einem Nachmittag. Zeitraffer kann ein Demokonto nicht anbieten, und das ist der Hauptgrund, warum ein Simulator daneben Sinn ergibt.

Wie ein Börsensimulator funktioniert

Ein Simulator besteht aus drei Teilen: einer Kursquelle, einem virtuellen Guthaben und einer Regel, nach der Ihre Order ausgeführt wird. Die ersten beiden Teile sieht man auf den ersten Blick. Über das Ergebnis entscheidet der dritte, und jedes Werkzeug löst ihn anders.

Der amerikanische Anbieter Webull beschreibt die Ausführung in seiner Hilfe wörtlich so: Trades werden zum letzten Kurs aus echten Quotes ausgeführt, nicht zu Bid und Ask, und eine Order wird ausgeführt, sobald der Kurs passt, unabhängig vom Volumen. Es genügt also ein einziger Abschluss über eine einzige Aktie zu Ihrem Kurs und Sie haben die Position. Spread und Warteschlange im Orderbuch existieren in einem solchen Modell nicht.

TradingView geht damit ehrlicher um und rechnet Gewinn und Verlust aus Bid und Ask statt aus dem Kurs im Chart (Long als Differenz zwischen Bid und durchschnittlichem Ausführungskurs, Short umgekehrt). Die Provisionen sind dort im Auslieferungszustand ausgeschaltet, und bei Futures und Optionen müssen Sie den Satz je Kontrakt selbst eintragen, sonst rechnet der Simulator die Trades ohne Kosten.

Broker-Demos bringen ihre eigenen Vereinfachungen mit. XTB gibt an, dass die Ausführung immer zu aktuellen Kursen im Modus Market Execution erfolgt und von der Größe der Transaktion nicht beeinflusst wird. Eine Position über eine Million wird dort also genauso glatt ausgeführt wie eine über tausend Euro.

Fünf Typen von Simulatoren und was sie unterscheidet

Art des WerkzeugsWas Sie ausprobierenDatenWo es an Grenzen stößt
Paper TradingOrders, Stop-Loss, Hebel und Margineigener Feed, Aktien oft verzögertGebühren aus, Slippage undokumentiert
Chart-ReplayChartlesen Bar für Bar, Timing des Einstiegshistorische Daten, Tiefe je nach Tarifkostenpflichtig, ohne Positionen und Konto
Spiel oder WettbewerbDepot nach Regeln des Veranstalters15 Minuten Verzögerung, Planspiel livekurze Wertung belohnt Risiko, Zugang über Schule
Broker-Demoechte Plattform eines bestimmten BrokerseToro live, XTB Aktien-CFDs verzögertohne Wirkung der Ordergröße, ohne Dividenden
Tabelle oder TrackerSparraten, Wiederanlage von Dividendenmanuell eingetragen, Kurse holt der Trackerkeine Ausführung, keine Intraday-Bewegung

Paper Trading in der Analyseplattform

TradingView hat Paper Trading in allen Tarifen kostenlos, auch im gratis Basic. Eingeschaltet wird es im Chart über die Schaltfläche Trade, wo Sie Paper Trading auswählen und die Verbindung bestätigen. Sie probieren darauf drei verschiedene Oberflächen für die Ordereingabe aus (Order Ticket, DOM, Handel direkt aus dem Chart), dazu die Arbeit mit Hebel und Margin sowie mehrere Stufen von Stop-Loss und Take-Profit auf einer Position. Weiter das Verhalten einer Futures-Position über Verfall und Settlement hinweg, den Handel außerhalb der Haupthandelszeiten und das Anbinden eigener Pine-Script-Indikatoren an den laufenden Markt. Abgedeckt sind Aktien, Forex, Krypto sowie Rohstoff- und Index-Futures.

Die Daten kommen aus dem eigenen Feed, nicht vom Broker. Alle Kryptobörsen auf TradingView liefern Echtzeitdaten, bei Aktien- und Futures-Börsen fallen dagegen Börsengebühren an, die das Abonnement nicht enthält. US-Aktien laufen im Auslieferungszustand über Cboe, Echtzeitdaten direkt von NASDAQ, NYSE oder ARCA sind ein eigenes Datenpaket. Bei den meisten Aktien trainieren Sie also auf verzögerten Daten, solange Sie die Daten der jeweiligen Börse nicht dazubuchen, und das verzerrt das Timing des Einstiegs.

Webull paperTrade bietet unbegrenzte virtuelle Mittel und null Provisionen. Nur eröffnet Webull Financial LLC keine Konten für Menschen mit Wohnsitz außerhalb der USA und untersagt den Zugang über VPN. Die europäische Einheit Webull Securities (Europe) B.V. unter Aufsicht der niederländischen AFM hat PaperTrade zwar ebenfalls, aber nur für Aktien, ETFs und Optionen und ohne veröffentlichte Liste weiterer EU-Länder, in denen sich ein Konto eröffnen lässt. Wie der Zugang von Deutschland aus aussieht, bleibt damit offen. Die europäische Dokumentation beschreibt außerdem an keiner Stelle, nach welcher Regel simulierte Orders ausgeführt werden.

Chart-Replay und Backtest

Im Bar Replay von TradingView schieben Sie den Chart Bar für Bar weiter und sehen die Fortsetzung nicht. Sie erkennen Formationen und Zonen in dem Moment, in dem sie tatsächlich entstehen, und führen einen Trade über mehrere Kerzen, ohne das Ergebnis zu kennen.

Im kostenlosen Basic-Tarif fehlt Bar Replay, er beginnt erst beim niedrigsten kostenpflichtigen Tarif. Der Tarif entscheidet auch über die Tiefe der Historie: Der niedrigste kostenpflichtige liefert Minutendaten rund ein halbes Jahr zurück (das Limit multipliziert sich mit dem Intervall, ein Zwei-Minuten-Chart reicht also doppelt so weit), höhere Tarife ein Jahr und mehr. Sekundendaten gibt es seit August 2022, Minutendaten bei den meisten Symbolen zurück bis in die Jahre 2000 bis 2011.

Die Einschränkungen sind zweierlei, technisch und menschlich. Die technische steckt im feinsten Wiedergabeschritt, der sich aus dem Charttyp ergibt (Sekundencharts je Sekunde, Intraday- und Tagescharts je Minute, Wochen- und Monatscharts nur je Tag). Eine Wochenkerze lässt sich also nicht feiner abspielen. Auf Renko, Kagi, Point & Figure, Range, Line Break, Volume Footprint und TPO Charts funktioniert es ebenso wenig wie auf Spread- und Tick-Charts.

Die menschliche Einschränkung wiegt schwerer. Der Replay hindert Sie an nichts. Sie können auf einen höheren Zeitrahmen wechseln, den Regler nach vorn schieben oder sich das Ergebnis vom letzten Durchgang merken. Und weil Bar Replay von sich aus weder Positionen noch Provisionen oder ein Guthaben führt, sondern ein Chartleser ohne Konto ist, müssen Sie die Ergebnisse außerhalb davon notieren.

Spiele und Wettbewerbe

HowTheMarketWorks ist kostenlos und über Werbung finanziert, die Regeln stellt der Veranstalter ein: Startkapital von 10.000 bis 500.000 USD, Provision je Trade, Limit für eine einzelne Position in Prozent des Depots, Erlaubnis für Leerverkäufe, Margin mit 8 Prozent Zins und ein Mindestkurs je Aktie. In der eigenen empfohlenen Einstellung für Schulprojekte stehen dann 100.000 USD, 10 USD Provision je Trade, Daytrading eingeschaltet, Leerverkäufe und Margin ausgeschaltet, ein Positionslimit von 20 Prozent und ein Mindestkurs von 3 USD. Die Kurse sind mindestens 15 Minuten verzögert, zeitkritisch trainieren lässt sich darauf also nichts.

Wall Street Survivor gibt 100.000 USD virtuelles Geld und veranstaltet monatliche Wettbewerbe. Das Marketing spricht von Echtzeitdaten, die eigenen Regeln räumen dagegen mindestens 15 Minuten Verzögerung ein. Echte Bid- und Ask-Kurse gelten nur für die US-Börsen während der Handelszeiten. MarketWatch betreibt die Virtual Stock Exchange kostenlos nach Registrierung mit mehr als 20.000 laufenden Spielen und nennt in der Fußzeile dieselbe Verzögerung.

Hierzulande ist das Planspiel Börse der Sparkassen die bekannteste Variante. Jeder Teilnehmer bekommt zwei Depots über je 50.000 EUR, ein Trainings- und ein Wettbewerbsdepot. Gehandelt werden Euro-Aktien, Fonds, ETFs und Anleihen, im Trainingsdepot zusätzlich Kryptowährungen und Indexzertifikate. Für jede Order werden virtuelle Gebühren abgezogen, und die Kurse kommen in Echtzeit von den Börsen Stuttgart, Wien und Luxemburg. Die Teilnahme läuft über eine Partnersparkasse und richtet sich an Schüler, Studierende und Lehrkräfte. Angemeldet wird meist im Herbst, die Runde endet im Winter, und die Termine gibt die beteiligte Sparkasse bekannt.

Das amerikanische The Stock Market Game der SIFMA Foundation läuft in Teams bis zu fünf Schülern mit 100.000 USD und erzwingt Streuung über Regeln: bis zum Ende der fünften Woche mindestens drei verschiedene Aktien, höchstens 30 Prozent des Kapitals in ein Unternehmen, keine Titel unter 3 USD. Berechnet werden 5 USD je Transaktion und 7 Prozent pro Jahr auf einen Sollsaldo. Sommerrunden sind meist kostenlos, Runden im Schuljahr kosten je Team abhängig vom Koordinator und der Länge der Runde (10 bis 30 USD, etwa 20 USD für die Herbstrunde und 30 USD für das ganze Jahr), und die Teilnahme hängt an einer Schule.

Alle beschriebenen Wettbewerbe teilen denselben Mangel: Es gewinnt die höchste Rendite in einer Runde, also über einen bis vier Monate je nach Einstellung des Veranstalters. Risikosteuerung gewinnt eine solche Runde selten, die konzentrierte Wette schon. Die Veranstalter zügeln das über Positionslimits und vorgeschriebene Streuung, ganz weg bekommen sie es nicht.

Langfristiges Investieren im Simulator

Ein Handelssimulator beantwortet die Frage, ob ein Einstieg aufgegangen ist. Beim Investieren lautet die Frage anders: Was macht eine monatliche Sparrate über zehn Jahre, wie viel legt die Wiederanlage von Dividenden drauf, lohnt sich einmal im Jahr ein Rebalancing zurück auf die Zielgewichte. Dafür taugt Paper Trading schlecht. Es läuft in Echtzeit, und eine Wettbewerbsrunde endet nach ein paar Monaten.

Die einfachste Simulation eines langfristigen Depots bauen Sie in einer Tabelle aus monatlichen Schlusskursen: eine Zeile je Monat, eine Spalte für die Einzahlung, eine für die Stückzahl, eine für die Dividende. Sie brauchen weder Registrierung noch Broker und sehen genau, was Sie rechnen. Der Preis dafür ist, dass weder Ausführung noch Intraday-Bewegung im Modell vorkommen, die Daten von Hand nachgetragen werden müssen und niemand einen Fehler in der Formel bemerkt.

Fertiger sind die Depots bei Google Finance und Yahoo Finance. Sie führen eine echte Position samt Stückzahl, Kaufdatum und Einstandskurs und rechnen daraus den Gewinn gegen den aktuellen Kurs. Ausgefüllt wird allerdings von Hand. Google bietet gar keine Anbindung an ein Brokerkonto, jeder Kauf und Verkauf landet also von Ihnen selbst im Depot, wobei neben dem Formular auch eine CSV-Datei oder ein Screenshot der Abrechnung angenommen wird. Yahoo hat die Verbindung zum Broker, die manuelle Eingabe beherrscht dort aber mehr Details: Transaktionen vom Typ Kauf, Verkauf und Leerverkauf, einzelne Zukäufe samt wiederangelegter Dividenden und eine getrennte Erfassung des Barbestands.

Für deutsche Titel fällt der Vergleich der beiden anders aus als für kleinere Märkte. Frankfurt führt Google Finance in Echtzeit, zusammen mit der London Stock Exchange, der Borsa Italiana und der Nasdaq OMX in Stockholm, Helsinki und Kopenhagen. Um 15 Minuten verzögert laufen dort Euronext (Paris, Amsterdam, Brüssel), die Madrider BME, die Schweizer SIX, Warschau und Wien. Prag und Budapest stehen überhaupt nicht auf der Liste. Yahoo Finance führt die europäischen Börsen samt Frankfurt (Kürzel .F) mit 15 bis 20 Minuten Verzögerung, ebenso London mit .L, Mailand mit .MI, Paris mit .PA, Prag mit .PR, Warschau mit .WA, Budapest mit .BD und Wien mit .VI. Wer sein Depot aus Frankfurter Notierungen führt, sieht den aktuellen Stand also bei Google schneller, während Yahoo die genauere Transaktionshistorie bietet. Das Führen von Transaktionen, Dividenden und Barbestand kostet bei Yahoo nichts, die kostenpflichtigen Tarife ergänzen erst die Auswertung von Rendite und Risiko des Depots.

Wenn Sie etwas Fertiges wollen, kommen die Lernspiele mit erzwungener Streuung und Gebühren je Trade dem langfristigen Denken am nächsten, gerade weil sie mehrere Titel im Depot verlangen und jede Änderung Geld kostet. Das Training des langen Haltens ersetzt es trotzdem nicht, die Runde ist nach ein paar Wochen vorbei.

So richten Sie den Simulator ein, damit das Training etwas bringt

Stellen Sie das Kapital ein, mit dem Sie wirklich anfangen. Wo sich der Kontostand ändern lässt: eToro passt ihn über eine Anfrage beim Kundendienst an (höchstens 100.000 USD kommen dazu), XTB hat im Client Office die Schaltfläche Change Balance, laut internationaler Hilfe für Kunden mit eröffnetem Echtgeldkonto. Bei Spielen legt das Startkapital der Veranstalter fest.

Schalten Sie die Provisionen ein. TradingView hat sie ausgeschaltet und erwartet bei Futures und Optionen, dass Sie den Satz je Kontrakt selbst eintragen. Ohne das kommt auch eine Strategie profitabel heraus, die die Handelskosten auf null abschleifen würden.

Halten Sie die Positionsgröße über den gesamten Test gleich. Wenn Sie einmal ein Prozent und ein andermal ein Zehntel des Kontos riskieren, misst eine Serie von Trades gar nichts, weil das Ergebnis von einem zufälligen Trade abhängt und nicht von der Strategie.

Notieren Sie Ihre Trades außerhalb des Simulators. Bar Replay führt weder Positionen noch ein Guthaben, sonst bleibt davon nichts übrig. Beim Paper Trading ist die Aufzeichnung das Einzige, was einen Reset des Kontos überlebt.

Setzen Sie das Konto nicht nach jedem Verlust zurück. Ein Reset geht mit einem Klick und kostet nichts, er löscht aber das Wertvollste am Training, nämlich die durchgehende Serie von Ergebnissen.

Wo die Simulation lügt

Emotionen fehlen in der Simulation, das stimmt. Es ist trotzdem das kleinste der Probleme. Die Simulation verzerrt auch rein technisch, und bei manchen Werkzeugen systematisch zu Ihren Gunsten.

Ausführung zu einem Kurs, den Sie nicht bekommen hätten. Ein Modell, in dem die Order zum letzten Kurs unabhängig vom Volumen ausgeführt wird, ignoriert Spread und Warteschlange im Orderbuch. Bei wenig liquiden Titeln und bei Optionen wird die Order so zu einem Kurs ausgeführt, den es im Buch gar nicht gab.

Keine Teilausführungen und keine Slippage. Der Simulator nimmt Ihnen das ganze Volumen auf einmal ab. In Wirklichkeit wird eine größere Order nach und nach aus dem Orderbuch bedient und der Durchschnittskurs verschiebt sich. XTB gibt selbst an, dass die Transaktionsgröße die Ausführung im Demo nicht beeinflusst, und die Dokumentation von TradingView schweigt zu Slippage, Teilausführung und dem Einfluss des eigenen Volumens.

Verzögerte Daten. Mindestens 15 Minuten bei den meisten Lernspielen (Ausnahme ist das Planspiel Börse), bei Aktien- und ETF-CFDs im XTB sowie bei den meisten Aktien- und Futures-Börsen auf TradingView ohne dazugebuchtes Datenpaket. Einer langfristigen Strategie schadet das nicht, beim Intradaytrade steigen Sie um eine ganze Viertelstunde Kursbewegung zu spät ein.

Fehlende Kapitalmaßnahmen. XTB zahlt im Demo weder Dividenden noch Bezugsrechte oder andere Kapitalmaßnahmen aus. Eine Dividendenstrategie lässt sich dort also nicht überprüfen.

Rückblick, den Sie damals nicht hatten. Beim Test auf Historie ist es leicht, eine Information zu verwenden, die Ihnen zu dem Zeitpunkt nicht vorlag, es genügt ein Wechsel des Zeitrahmens oder ein Schub am Regler. Und die Liste der heutigen Indexmitglieder enthält jene Unternehmen nicht mehr, die zwischenzeitlich herausgeflogen sind, weshalb ein Test darauf besser aussieht, als er live ausgegangen wäre. Beides gehört zum Testen auf Vergangenheitsdaten allgemein und ist kein Fehler eines bestimmten Werkzeugs.

Steuern und Währungsumrechnung. Keines der genannten Werkzeuge rechnet damit. The Stock Market Game gibt ausdrücklich an, steuerliche Auswirkungen nicht zu vermitteln. Bei ausländischen Aktien drücken Umrechnung und Quellensteuer auf Dividenden die Rendite real.

Wo der Simulator endet und das Broker-Demo beginnt

Ein Simulator ist gut für die Mechanik des Produkts: wie Hebel und Margin funktionieren, was mit einer Futures-Position beim Verfall passiert, wie eine Position geteilt wird, wie sich ein Stop-Loss verhält. Die Prinzipien ähneln sich über alle Plattformen hinweg, auch wenn jede sie ein wenig anders einstellt. Ausführung, Spreads und das Verhalten einer bestimmten Plattform lernen Sie dagegen erst auf dem Demo des Brokers kennen, bei dem Sie später handeln wollen.

Virtuelles Kapital, Kontowährung und die Verzögerung der Aktiendaten unterscheiden sich von Demo zu Demo. Aus Sicht der Simulation zählt nur eines: Ein Demo läuft in der scharfen Plattform des Brokers, Sie lernen also genau die Umgebung kennen, in der Sie danach handeln. Bei Aktien- und ETF-CFDs rechnen Sie mit einer Viertelstunde Verzögerung.

Die Kosten überprüfen Sie auf keinem Demo zuverlässig. eToro schreibt, dass Trades im virtuellen Konto keinerlei Gebühren tragen, und die Hilfe von Trading 212 sagt zu Spreads und Overnight-Zins gar nichts. Spreads, Swaps und Kommissionen gehen Sie deshalb im Preisverzeichnis des Brokers durch. In der Simulation sehen Sie sie nicht.

Virtuelles Depot bei eToro: Positionen, Guthaben in Dollar und Umschalter zurück zum echten Konto

Wohin es danach geht, hängt davon ab, was Sie testen wollen. Bei Aktien macht der Unterschied zwischen echter Aktie und Aktien-CFD viel aus, weil sich beide im Demo verschieden verhalten. Bei Währungspaaren entscheidet die Wahl des Brokers über Spread und Hebel.

Die Mechanik des Produkts fassen Sie im Paper Trading an, das Entscheiden trainieren Sie im Chart-Replay, das langfristige Depot rechnen Sie in der Tabelle, und die Plattform eines bestimmten Brokers testen Sie erst auf dessen Demo. Der Wechsel zu echtem Geld hängt dann nicht daran, wie hoch das virtuelle Guthaben steht. Es zählt, ob Sie Ihre Regeln aufgeschrieben haben und eine Serie von Trades vorweisen können, bei denen Sie sich daran gehalten haben.

Und rechnen Sie damit, dass ein Ergebnis aus dem Simulator nichts über das Ergebnis auf einem Live-Konto aussagt. Die Simulation überschätzt die Ausführung, verrechnet keine Steuern und kennt das Gewicht des eigenen Geldes nicht. Was sie Ihnen gibt, sind abgearbeitete Stunden und Fehler, die nichts gekostet haben.

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