Wie Aktien online kaufen und wo investieren

Martin Krpenský Redaktionell geprüft
Veröffentlicht 9 Min. Lesezeit
Drei Panels: Jahresverlauf des S&P 500, Tageskerzen mit Einstiegsmarke und die Größe der fünf größten Unternehmen
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Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie und wo man echte Aktien kauft und wie eine Aktieninvestition eigentlich abläuft? Halten Sie das für zu kompliziert oder glauben Sie, dass man dafür große Beträge braucht? Wer Aktien ins eigene Portfolio aufnehmen will, sollte wissen, dass das Investieren in Aktien vor allem für Anleger gedacht ist, die bereit sind, die Verantwortung für die Vermehrung ihres Geldes selbst zu tragen.

Der Anleger muss selbst entscheiden, in welche Aktien und wann er investiert. Aktieninvestitionen bieten die Aussicht auf hohe Rendite und hohe Liquidität, bringen aber auch ein höheres Verlustrisiko mit sich.

Vorteile einer AktienanlageNachteile einer Aktienanlage
Aussicht auf hohe RenditeRisiko des Kapitalverlusts
Dividenden als zusätzlicher ErtragsbestandteilSchwankende Aktienkurse
Hohe Liquidität am AktienmarktNötige Einarbeitung und Marktanalyse
Niedrige bis keine Gebühren bei BrokernBegrenzter Einfluss auf das Unternehmen (bei Minderheitsanteil)
Eigenständige Verwaltung des Portfolios (auch online)Abhängigkeit von äußeren Faktoren (Makroökonomie)
Möglicher Schutz vor InflationMöglichkeit von Manipulation und Insiderhandel
Geografische Streuung zu minimalen Kosten

Investieren in Aktien

Wenn Sie über eine Aktienanlage nachdenken, haben Sie mehrere Möglichkeiten, wie Sie Aktien kaufen. Neben dem Kauf an der Börse gehört dazu auch der Aktienkauf online. Heute wählen Sie aus mehreren Brokern, die Ihnen diesen Kauf vermitteln.

Für den Aktienkauf online brauchen Sie ein Konto bei einem lizenzierten Wertpapierdienstleister mit direktem Marktzugang. Deutsche Anleger haben zwei Wege: Hausbanken und Direktbanken, die auch an der Frankfurter Wertpapierbörse handeln, oder internationale Online-Broker mit Zugang zu den amerikanischen und westeuropäischen Börsen. Der erste Weg bedeutet meist mehr Papierkram, der zweite ist vom Handy aus erledigt.

Aktienfonds galten in den vergangenen Jahrzehnten als geeigneter Weg, freie Mittel von Unternehmen und Privatpersonen zu vermehren. Die letzten Jahre zeigen jedoch, dass die einzelnen Sektoren viel stärker miteinander verflochten sind, untereinander korrelieren und die Qualität der Streuung nach dem Buy-and-Hold-Prinzip nicht mehr so gut funktioniert wie früher.

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eToro ist eine Multi-Asset-Investmentplattform. Der Wert Ihrer Anlagen kann steigen oder fallen. Ihr Kapital ist gefährdet.

Aktiver Aktienhandel

Wenn Sie sich für eine Wertpapieranlage entschieden haben, sollten Sie zuerst einige Dinge klären. Jeder Anleger hat zwei Wege zur Auswahl. Der erste ist der aktive Handel: Der Kunde eröffnet ein Konto bei einem Wertpapierdienstleister und führt die einzelnen Transaktionen über eine Internetanwendung aus.

Solche Dienste bieten zum Beispiel eToro, XTB oder die Saxo Bank an.

Wie hoch ist das Risiko

Zu betonen sind allerdings auch das hohe Risiko und der sehr große Zeitaufwand. Beim aktiven Handel über einen lizenzierten Broker steht Anlegern eine breite Palette an Diensten und Anwendungen zur Verfügung, die bei Entscheidungen, der Begrenzung von Verlusten und der Maximierung möglicher Erträge helfen. Zum Beispiel der sogenannte Hebel (Nutzung eines Kredits der Brokergesellschaft zur Finanzierung eines Teils des Wertpapierkaufs) oder der Stop-Loss (Schließen der Position, damit der Verlust eine vorher bestimmte Grenze nicht überschreitet).

Für den aktiven Handel wird heute meist das Internet genutzt, weil es am günstigsten und schnellsten ist. Der zweite Weg ist, das eigene Geld professionellen Vermögensverwaltern anzuvertrauen. Diese Form eignet sich vor allem für alle, die sich selbst nicht zutrauen zu handeln oder nicht genug Zeit haben.

Bei den einzelnen Verwaltern unterscheiden sich Möglichkeiten, Gebühren und Einstiegsbedingungen. Für die Vermögensverwaltung wird üblicherweise eine Anlage in der Größenordnung von mehreren hunderttausend Euro verlangt.

Entscheiden, an welchen Märkten Sie investieren

Heute liegt es nicht mehr im Bereich des Möglichen, dass eine einzelne Person genug Erfahrung und Wissen hat, um an allen verfügbaren Börsen fundiert zu investieren. Sowohl Berater als auch Kunde haben deshalb meist einen oder zwei Aktienmärkte, mit denen sie sich beschäftigen und die sie gut kennen. Der Heimatmarkt ist in Deutschland die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB) samt ihrer elektronischen Handelsplattform XETRA.

In den USA wird an den Märkten NASDAQ, NYSE und AMEX sowie an verschiedenen elektronischen Handelsplätzen gehandelt. Deutschen Kunden stehen auch weitere Börsen in Europa offen (London Stock Exchange, Swiss Exchange) oder Börsen in Asien, das Interesse daran ist aber deutlich geringer als am Heimatmarkt und an den amerikanischen Börsen.

Wie Sie Aktien beim Broker kaufen

Wenn Sie Aktien online kaufen wollen, brauchen Sie zuerst ein Konto beim Broker, das Sie in etwa 15 Minuten eröffnen. Sobald Sie Geld eingezahlt und die KYC-Verifizierung durchlaufen haben, können Sie nach den folgenden Schritten einzelne Aktien suchen, auswählen und kaufen.

1. Wählen Sie einen Online-Broker

Am einfachsten kaufen Sie Aktien über einen Online-Broker (eToro, XTB). Nach Eröffnung und Verifizierung des Kontos können Sie Aktien und ETFs über die Web- oder Mobil-App innerhalb weniger Minuten kaufen. Daneben stehen weitere Dienste wie Hebel oder Spekulation auf fallende Kurse zur Verfügung.

Ein Online-Konto beim Broker zu eröffnen ist so einfach wie ein Bankkonto: Sie füllen den Antrag aus, legen einen Ausweis vor und laden das Konto per Überweisung oder Karte auf.

Was Sie für den Aktienkauf kurz gesagt brauchen

  • Kontoeröffnung beim Broker
  • Verifizierung des Kontos (KYC — Ausweis, Adressnachweis und Weiteres)
  • Mindestalter 18 Jahre
  • Einzahlung; die Mindesteinlage liegt bei den meisten Brokern im Bereich von einigen Dutzend Dollar
  • Einarbeitung in App und Weboberfläche des Brokers
  • Die Möglichkeit, zuerst ein Demokonto zu testen

XTB gegen eToro: Vergleich für den Aktienkauf

Beide Broker nutzen die meisten deutschen Einsteiger, und bei beiden kaufen Sie eine echte Aktie, nicht nur eine Wette auf ihren Kurs. Sie unterscheiden sich aber darin, womit sie verdienen — und bei kleinen Beträgen entscheidet das mehr als die Oberfläche.

XTBeToro
Provision je Aktie0 % bis 100 000 € Monatsumsatz, darüber 0,2 % (mind. 10 €)1 USD für den Kauf und 1 USD für den Verkauf (2 USD an den Börsen in Australien, Hongkong, Dubai, Abu Dhabi und Tokio)
Währungsumrechnung0,5 % Aufschlag auf den Kurs (an Wochenenden und Feiertagen 0,8 %)1 % bei Zahlung per Karte oder Überweisung, 3 300 Pips über Wallets; ein Konto in Euro gibt es nicht
Inaktivitätsgebühr10 € monatlich, aber nur wenn Sie ein Jahr nicht handeln und zugleich 90 Tage nichts einzahlenkeine
Bruchstücke von Aktienja, Anlage ab 10 €ja
Mindesteinzahlungohne Minimum50 USD
Wer das Konto führtXTB S.A. unter der polnischen Aufsicht KNF, in Deutschland über eine Zweigniederlassung mit EU-PasseToro (Europe) Ltd, zyprische CySEC, Lizenznummer 109/10
Entschädigung bei Insolvenz des Brokerspolnisches System bei KDPW: 100 % bis 3 000 €, darüber 90 %, Grenze 22 000 €zyprischer ICF: 90 % der Ansprüche, höchstens 20 000 €

Vereinfacht: Bei XTB zahlen Sie für den Handel selbst nichts, solange Sie im Monat keine hunderttausend Euro umsetzen, aber Sie zahlen ein halbes Prozent bei jeder Umrechnung von Euro in Dollar. Bei eToro zahlen Sie einen Dollar für den Kauf und einen für den Verkauf unabhängig von der Größe der Order, bei einem Kauf für hundert Euro gehen also fast zwei Prozent allein für Provisionen weg.

XTB
Konto bei XTB eröffnen

Investieren ist mit Risiken verbunden. Investieren Sie verantwortungsvoll.

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Worauf Sie achten sollten

Die Null auf der Werbeseite muss nicht gelten. eToro wirbt auf den Aktienseiten weiterhin mit null Provision, während die eigene Gebührenseite 1 bis 2 USD für das Öffnen und das Schließen einer Position nennt. Verbindlich ist immer das Preisverzeichnis, nicht das Banner.

Die Quellensteuer kann höher ausfallen als nötig. Kundenaktien werden bei Brokern auf einem Sammelkonto geführt, deshalb kennt der Dividendenzahler Ihre Steueransässigkeit nicht. XTB weist im Preisverzeichnis ausdrücklich darauf hin: In diesem Fall wird der höchste Satz angewendet, bei amerikanischen Aktien also 30 %, statt des Satzes aus dem Doppelbesteuerungsabkommen.

Die Entschädigung deckt keinen Kursverlust. Sicherungssysteme greifen nur, wenn der Broker insolvent wird und Ihr Vermögen nicht herausgeben kann. Fällt eine Aktie um die Hälfte, ist das kein Versicherungsfall, sondern das Ergebnis der Anlage.

Echte Aktie und CFD sind nicht dasselbe. Bei der Aktie sind Sie Miteigentümer des Unternehmens, haben Anspruch auf die Dividende und niemand wirft Sie aus der Position. Ein CFD ist ein Vertrag mit dem Broker, der lediglich den Kurs abbildet — ohne Stimmrecht, ohne echte Dividende, mit Hebel und mit Gebühr für das Halten über Nacht. Für langfristiges Investieren eignet sich Ersteres.

Die Steuer fällt erst beim Verkauf an. Auf Kursgewinne fällt die Abgeltungsteuer von 25 % an, mit dem Solidaritätszuschlag von 5,5 % also 26,375 %, bei Kirchensteuerpflicht entsprechend mehr. Eine Haltefrist gibt es für nach 2008 gekaufte Aktien nicht; steuerfrei bleibt nur der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person, bei Zusammenveranlagung 2.000 €, den Sie beim Broker per Freistellungsauftrag hinterlegen. Bei einem ausländischen Broker führt niemand die Steuer für Sie ab: Sie erklären die Erträge selbst über die Anlage KAP.

Prüfen Sie die Lizenz im Register. eToro finden Sie in der Liste der Wertpapierfirmen auf der Website der CySEC, XTB in der Unternehmensdatenbank der BaFin. Das dauert fünf Minuten und ist der einzige verlässliche Weg festzustellen, dass ein Broker auch außerhalb der eigenen Werbung existiert.

Welche Aktien und Sektoren kaufen?

Bei jeder Anlage muss der Anleger drei Grundfaktoren abwägen: Rendite, Risiko und Liquidität. Allgemein gilt: Je höher die mögliche Rendite, desto höher das Verlustrisiko. Auch unter den Wertpapieren finden sich Aktien von Unternehmen mit jahrhundertelanger Tradition stabiler Entwicklung (Pfizer, Allianz, Volkswagen, Exxon und andere) und neuere strukturierte Anlageinstrumente wie Indexaktien, bei denen das Verlustrisiko klein, die Renditechance aber ebenfalls begrenzt ist.

Die Siebenergruppe, die heute jeder kennt, besteht aus Technologiewerten. Unter dem Spitznamen Magnificent 7 versteht man Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, NVIDIA, Meta und Tesla. Zusammen wiegen sie rund ein Drittel des S&P 500 — wer einen Indexfonds auf fünfhundert amerikanische Unternehmen kauft, hat also ein Drittel seines Geldes in sieben Namen. Die Streuung über den Index ist damit nicht so breit, wie sie auf den ersten Blick wirkt.

Der Spitzname hat sich zudem von der Wirklichkeit entfernt. Das größte Unternehmen im Index ist heute NVIDIA und nicht Apple, und unter die sieben schwersten hat es statt Tesla inzwischen Broadcom geschafft. Ausführlich behandeln wir das im Artikel über die sieben Unternehmen mit dem größten Anteil am S&P 500.

Aktien sind auch riskant

Auf der anderen Seite stehen Aktien mit enormen Kursausschlägen, mit denen sich an einem Tag der doppelte Einsatz verdienen oder fast alles verlieren lässt. Der dritte wichtige Parameter ist die Liquidität. Es gibt Wertpapiere, von denen stündlich ein so großes Volumen gehandelt wird, dass der Kunde sicher sein kann, seine Anlage jederzeit sofort zu Geld zu machen.

Es gibt aber auch Wertpapiere, bei denen es viele Minuten dauern kann, bis sich Aktien verkaufen lassen, ohne dass der Kurs deutlich nachgibt. Geringere Liquidität geht allerdings oft mit der Aussicht auf höhere Rendite einher. Ein guter Anhaltspunkt kann hier die Branche sein, in der der Kunde selbst Fachmann ist (IT, Pharma, Telekommunikation, Finanzen, Lebensmittel und Ähnliches), wo er den Markt regelmäßig verfolgt und die einzelnen Unternehmen kennt. Dann fällt es ihm deutlich leichter, eine interessante Gelegenheit zu finden.

Abschließend sei betont: Für den Erfolg beim Investieren ist entscheidend, sich vorab für eine der genannten Möglichkeiten zu entscheiden. Fachlich gesagt braucht es eine klare Anlagestrategie. Der einfachste Weg in den Verlust ist, die Strategie ständig zu wechseln und sich nicht an vorher definierte Ziele zu halten. Investieren ist eine verantwortungsvolle Tätigkeit, in der kein Platz für Emotionen oder Unklarheiten ist.

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