Der nachgezogene Stopp, auch „Trailing Stop“ genannt, ist eine Funktion, die das Niveau der Stop-Loss-Order automatisch optimiert. Sie passt es an, sobald sich der Kurs günstig zu ihrer Prognose entwickelt. Um zu verstehen, wie der Trailing Stop beim Handel arbeitet, muss man zuerst wissen, wozu er überhaupt dient.
Nehmen wir an, Sie eröffnen eine Position und setzen einen Stop-Loss, der die Position automatisch schließt, sobald der Verlust eine bestimmte Höhe erreicht. Wenn der Markt zu unseren Gunsten läuft, wäre es doch großartig, wenn sich das Stop-Loss-Niveau automatisch um diese Bewegung mitverschieben würde. Genau dafür wurde die Trailing-Stop-Order entwickelt.
Grundlegender Einsatz der Trailing-Stop-Order
Den Trailing Stop setzen wir als mitlaufende Gewinnsicherung ein, also als nachgezogenen Stop-Loss. Üblicherweise wird er in Punkten angegeben. Läuft die Position in Ihre Richtung, wandert der Stopp hinter Ihnen her in den Gewinn. Dreht die Position gegen Sie, bleibt er stehen und schließt Ihre Position automatisch, sobald der Kurs ab dem Wendepunkt die eingestellte Zahl an Punkten zurücklegt.
- Der Trailing Stop ist eine intelligente dynamische Order. Er begrenzt Verluste aus heftigen Marktbewegungen, senkt damit das Risiko großer Verluste und lässt Sie zugleich an steigenden oder fallenden Kursen verdienen.
- Der Trailing Stop nutzt ein System, das sich selbst anpasst. Er wandert hinter der Position nach oben oder nach unten, damit Gewinne festgeschrieben werden, solange sich der Kurs nach Plan entwickelt. Es handelt sich also um eine bewegliche (dynamische), nachgezogene Stop-Loss-Order.
Bevor wir weitergehen, noch ein Hinweis. Diese Funktion steht nicht auf allen Plattformen zur Verfügung. Eine der Plattformen, auf denen Sie sie finden, ist eToro. Der Trailing Stop ist dabei nur einer von mehreren Ordertypen.
Wofür er gut ist und wann er im Gegenteil schadet
Der größte Nutzen des Trailing Stops liegt darin, dass er die Position in den Momenten bewacht, in denen Sie nicht vor dem Chart sitzen. Nachts, während der Arbeit oder wenn eine Nachricht den Markt bewegt, zieht sich ein fester Stop-Loss nicht von allein nach, und der Gewinn, der in der Position bereits steckte, kann vollständig zurückfließen.
Besser ist er deshalb aber nicht immer. In einem Markt ohne Trend wirft er Sie zu früh aus der Position. Der Kurs zieht an, der Stopp folgt ihm nach oben, der Kurs fällt zurück in die Spanne, in der er sich den ganzen Tag bewegt, und der Stopp wird ausgelöst. Ein fester Stop-Loss unterhalb der Unterstützung hätte den Trade dagegen weiterlaufen lassen.
Wie bei der Stop-Loss-Order liegt der Verkaufskurs auch beim Trailing Stop unter dem aktuellen Marktwert. Der Unterschied zwischen beiden besteht darin, dass der Stoppkurs beim Trailing Stop in einem festgelegten Abstand zum aktuellen Marktwert des jeweiligen Währungspaars liegt. Er verfolgt die Marktbewegung zugunsten des Kunden also laufend, selbst wenn sich der Markt nur um ein Zehntel Pip bewegt.
Läuft der Kurs dagegen gegen den Kunden, bleibt die Order „Trailing Stop“ auf demselben Niveau stehen (die ausführliche Beschreibung folgt weiter unten).
So verhält er sich bei einer Long- und bei einer Short-Position
- Bei einer Long-Position (Sie haben gekauft und rechnen mit steigenden Kursen) wandert der Stopp jedes Mal nach oben, wenn der Kurs ein neues Hoch markiert. Fällt der Kurs oder steht er still, bleibt der Stopp auf dem zuletzt erreichten höchsten Niveau.
- Bei einer Short-Position (Sie haben verkauft und rechnen mit fallenden Kursen) wandert der Stopp bei jedem neuen Tief nach unten. Steigt der Kurs oder steht er still, bewegt sich der Stopp nicht.

Kauf bei 167, Abstand 8 %. Das grüne TS ist der nachgezogene Stopp, der sich in Stufen hinter dem steigenden Kurs nach oben zieht und den Trade bei der Wende auf 190 schließt. Das rote SL ist der feste Stopp, der die ganze Zeit auf 154 gelegen hätte und den Kurs zurück unter den Einstieg hätte fallen lassen. Quelle: Yahoo Finance.
Handeln mit dem Trailing Stop
Steigt der Kurs des Instruments, zieht sich der Trailing Stop automatisch proportional nach oben. Fällt der Kurs des Instruments, bleibt der Stoppkurs unverändert. Beim Handel mit einem gewöhnlichen Stop-Loss im Chart ist genau das sehr problematisch. Zum Problem wird es nachts, aber auch im Lauf des Tages, wenn wir den veralteten Stop-Loss nicht ununterbrochen beobachten und von Hand nachziehen können. So können Gewinne verloren gehen, die an den vorherigen Handelstagen bereits erreicht waren.
Im MetaTrader schützt der Trailing Stop die Position nur, solange Ihr Rechner läuft und das Terminal geöffnet ist. Anders als der klassische Stop-Loss wird er nämlich nicht auf dem Server des Brokers registriert, sondern direkt in der Anwendung berechnet. Schalten Sie den Rechner aus, hört der Stopp auf, sich nachzuziehen. Er bleibt auf dem zuletzt erreichten Niveau stehen, und dieses gilt auf dem Server weiter.
Es gibt zwei Lösungen. Entweder lassen Sie die Plattform auf einem virtuellen Server (VPS) laufen, oder Sie wählen einen Broker, der den Trailing Stop auf seiner Seite berechnet. Das beherrscht nicht jeder, deshalb lohnt es sich, vorher nachzufragen.
Ein durchgerechnetes Beispiel
Sie kaufen eine Aktie für 100 Dollar und setzen einen Trailing Stop mit einem Abstand von 5 Dollar. Der Stopp beginnt also bei 95.
- Der Kurs steigt auf 110. Der Stopp wandert auf 105.
- Der Kurs steigt auf 120. Der Stopp wandert auf 115.
- Der Kurs fällt auf 118. Der Stopp bleibt bei 115, denn zurück geht er nicht.
- Der Kurs fällt auf 115. Die Position wird mit einem Gewinn von 15 Dollar je Aktie geschlossen.
Hätten Sie einen festen Stop-Loss bei 95, würde der Trade in diesem Moment noch laufen, und der erreichte Gewinn könnte wieder verloren gehen.
Wie Sie den Abstand wählen
Einen allgemein richtigen Abstand gibt es nicht. Er richtet sich danach, wie stark das jeweilige Instrument üblicherweise schwankt und wie lange Sie den Trade halten wollen.
Ein vernünftiger Anhaltspunkt ist, ihn aus der tatsächlichen Volatilität abzuleiten statt aus einer runden Zahl. Dafür dient der Indikator ATR, also die durchschnittliche Tagesspanne. Ein Abstand vom Ein- bis Dreifachen des ATR ist eine gängige Wahl. Unterhalb des Einfachen reißt der Stopp schon bei der normalen Tagesbewegung, oberhalb des Dreifachen geben Sie bei der Wende einen großen Teil des Gewinns zurück.
Auf einem ähnlichen Prinzip beruht der Indikator Parabolic SAR, der für sich genommen wie ein aus Kurs und Zeit abgeleiteter Trailing Stop arbeitet.
Was der Trailing Stop nicht kann
Der Trailing Stop ist keine Kursgarantie. In dem Moment, in dem das Niveau berührt wird, wird aus ihm eine Order zum sofortigen Verkauf zum nächsten verfügbaren Kurs. Öffnet der Markt mit einer Lücke unterhalb Ihres Niveaus, wird darunter verkauft und nicht auf dem Niveau selbst. Über Nacht, über das Wochenende oder nach Quartalszahlen ist das keine Ausnahme.
Der Stopp unterscheidet außerdem nicht, warum der Kurs fällt. Bei einem kurzen Ausschlag verhält er sich genauso wie bei einer Trendwende.
Was ist der Unterschied zwischen Stop-Loss und Trailing Stop?
Der Trailing Stop aktualisiert sich automatisch, während der Stop-Loss fest vorgegeben ist.
Wie funktioniert der Trailing Stop?
Es handelt sich um einen Stopp, der sich automatisch aktualisiert und den Stop-Loss einer Position optimiert, die weiter steigt.
Bei welchem Broker funktioniert der Trailing Stop?
Die Möglichkeit einer Trailing-Stop-Order im MT4 oder in der Handels-App bietet nicht jeder Broker an. Das muss man vor dem Handel durch eine Nachfrage beim Broker klären.